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Freiwillige Feuerwehr Grimma

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Geschichte der FFw Grimma Bilder zur 150 Jahrfeier Geschichte der Feuerwehr

Geschichte der Feuerwehr

VORWORT

Das Feuer war schon immer ein wichtiger Bestandteil des menschlichen Lebens. Der Mensch musste immer darauf achten, dass er das Feuer im Herd hütete und es keinen Schaden anrichten konnte.
Schon Friedrich Schiller formulierte in seinem Lied von der Glocke:
Wohltätig ist des Feuers Macht, wenn sie der Mensch bezähmt bewacht. Doch wehe wenn die Himmelsmacht den Fesseln sich entrafft.
Die Feuerwehr ist daher aus dem Bedürfnis der Menschen entstanden, Schäden die durch Feuer entstehen zu vermindern bzw. zu verhindern.

VORZEIT

In der Vorzeit standen die Bauten der Menschen relativ isoliert. Entstand ein Brand, so brannte nur eine einzelne Behausung und nicht die ganze Siedlungen nieder. Diese Brände wurden aber nur von spontan agierenden Menschen bekämpft. Eine organisierte Feuerwehr existierte nicht. Aber schon die alten Ägypter hatten die ersten organisierten Feuerlöscheinheiten.
Auch die Erfindung der Feuerspritze (Kolbenpumpe) wird dem Mechaniker Ctesibius von Alexandrien 250 v. Chr. zugeschrieben. "Vitruvius Liber X Kap. 12"

RÖMERZEIT

Kaiser Augustus

gründete die erste römische Staatsfeuerwehr

In der Römischen Republik gab es anfänglich keine Feuerwehr. Die Brandbekämpfung wurde zwar von den Nachtwächtern, sogenannten triumviri nocturni ausgeführt; jene waren jedoch schon mehr mit Sicherheitsaufgaben beschäftigt. Politisch fiel die Brandsicherung in das Feld der Ädilen. Hierbei gab es jedoch den Nachteil, dass gemäß dem Prinzip der Annuität jeder Ädil lediglich ein Jahr lang sein Amt versah, was eine effektive Organisation der Brandbekämpfung drastisch erschwerte.
Die immer weiter auswuchernde Metropole Rom hingegen wurde für verheerende Brände immer anfälliger, was vor allem an den tausenden insulae, den mehrstöckigen Mietshäusern für die niedrigeren Schichten, lag, da jene meist eher schlecht als recht gebaut waren. Darum wurden von reichen Römern private Feuerwehren gebildet. Diese jedoch konnten sich nie einer größeren Popularität erfreuen, da manche Reiche ihr Vermögen durch diese Dienste noch vergrößern wollten: Wenn irgendwo ein Brand ausgebrochen war, forderten sie im Gegenzug für einen Einsatz, dass der Besitzer des Hauses ebendieses für einen Spottpreis verscherbelte. Weigerte er sich, so zog die Feuerwehr wieder ab und ließ den Hauseigner mit dem Brand alleine.

Die erste staatliche Feuerwehr
Als sich zu der Bevölkerungsexplosion auch noch das Problem der von Maklern zur Grundstücksaneignung absichtlich gelegten Brände gesellte, verlangte das römische Volk lautstark nach einer Lösung. Ein Ädil namens Egnatius Rufus erkannte um 30 v. Chr. den politischen Wert dieses Themas und reagierte: Er bildete aus eigenen Sklaven eine Feuerwehr und stellte sie bei Brandfällen kostenlos zur Verfügung. Die Bürger waren begeistert und dankten es ihm mit einem blitzartigen politischen Aufstieg.
Dies wiederum beschäftigte den seit kurzem regierenden princeps Augustus, der verhindern wollte, dass zukünftig weiter aus der Stadtsicherheit politisches Kapital geschlagen werden konnte. Dazu kam auch noch ein Großbrand im Jahre 23 v. Chr. Als Reaktion bildete Augustus eine Feuerwehr aus 600 Sklaven, legte danach das Thema jedoch vorerst ad acta. Es bedurfte eines neuen Großbrandes im Jahre 6 v. Chr., um ihm die Problematik klar werden zu lassen.
Augustus gründete nun die Organisation der vigiles (wörtlich 'Wächter'), bestehend aus 3.500 oder 7.000 frei gelassenen Sklaven. Dieser Trupp wurde straff militärisch organisiert: Die Einheit war unterteilt in sieben Kohorten unter je einem Centurio. Jede der Kohorten war für zwei Stadtbezirke verantwortlich. Das Oberkommando wurde einem aus dem Ritterstand stammenden praefectus vigilum übertragen. Später wurden den Feuerwachen sogar eigene Kasernen zur Unterkunft bereit gestellt. Damit war die römische Feuerwehr geboren, und in dieser Form bestand sie jahrhundertelang weiter

MITTELALTER

Feuerwehr Nürnberg mit einer Feuerspritze

Schon im Mittelalter waren die Gemeinden verpflichtet, den Brandschutz aufzubauen. So wurden zuerst die Innungen und Zünfte dazu verpflichtet im Notfall einzugreifen. Eine der ältesten bekannten Feuerordnungen wurde 1086 in Meran aufgestellt, worin die Handwerker die Aufgaben wahrzunehmen hatten.
Trotzdem kamen Großbrände, bei denen ganze Stadtviertel abbrannten, sehr oft vor. So brannte zum Beispiel Lübeck allein im 12. Jahrhundert mehrmals ab. Straßburg brannte im 14. Jahrhundert achtmal nieder. Neben Feuern aus Unachtsamkeit und Brandschatzungen in Kriegen kam es häufig zu Brandstiftungen durch Banden von Mordbrennern. Erst ab dem Ende 14. Jahrhundert brannte es weniger, da ab diesem Zeitpunkt solider gebaut wurde und Stein vermehrt das Holz als Baumaterial ersetzte.
Im 13. und 14. Jahrhundert griffen die ersten Feuerlöschverordnungen. Diese enthielten zum Beispiel, dass abends ab einer bestimmten Zeit alle Feuer ausgemacht werden mussten. Dies wurde vom Nachtwächter kontrolliert. So wurde unter anderem geregelt, dass Wein- und Wasserträger bei Feuer sofort mit ihren Eimern Wasser zur Brandstelle bringen mussten. Es wurden Nachtwachen eingerichtet, die Feuer in der Stadt zu melden hatten. In den Kirchentürmen wurden Türmerstuben eingerichtet. So gab es bereits im Wiener Stephansdom seit 1444 einen von der Stadt bezahlten Türmer, der mit der Glocke einen Feueralarm geben konnte. Tagsüber musste er eine oder mehrere rote Fahnen schwingen in der jeweiligen Richtung, wo die Brände waren, in der Nacht schwenkte er Laternen. Diese Feuerwache gab es im Stephansdom bis 1955.
Vermehrt wurden Wasserschöpfstellen durch Pumpwerke ständig mit Wasser versorgt und es entstanden nach und nach Wasserwerke. Auch Löschteiche entstanden in den Orten, von denen es heute noch erhaltene gibt, wenn sie auch nicht mehr die Bedeutung haben.
Als Ausrüstung standen nur Ledereimer, Wasserfässer, Feuerhaken und Dachkrücken zur Verfügung. Ab dem 14. Jahrhundert gab es einfache Spritzen, die zunächst mit Eimern gespeist wurden.

NEUZEIT

historische Feuerspritze

Im 17. Jahrhundert wurde der Schlauch erfunden, der zuerst aus genähtem Leder angefertigt wurde; später wurde das Leder vernietet. Darüber hinaus wurden manche Feuerwehrmänner seit dem späten 17. Jahrhundert mit alten Militärhelmen ausgerüstet. Mitte des 18. Jahrhunderts wurden erstmals Hanfschläuche eingesetzt, die aber erst 100 Jahre später zuverlässig im Feuerwehrdienst genutzt werden konnten, nachdem sie mit einer Gummi-Einlage versehen wurden. Es wurden auch erstmals Feuerknechte in den Feuerlöschverordnungen verankert, so dass von den ersten Berufsfeuerwehren gesprochen werden kann, wie zum Beispiel in Wien 1685.
Es gibt mehrere Feuerwehren in Deutschland, die für sich beanspruchen, Deutschlands "älteste freiwillige Feuerwehr" zu sein. Eine davon ist die Feuerwehr der Stadt Saarlouis. Sie wurde 1811 von den damaligen Besitzern der Stadt, den Franzosen gegründet. Im Jahre 1811, kurz nach einem in dem Nachbardorf Fraulautern ausgebrochenen großen Brande, wurde auf Beschluss des Magistrats der Stadt Saarlouis die bestehende Feuerlöscher-Kompagnie unter Genehmigung des Präfekten von Metz Vaublanc durch den Oberbürgermeister Renauld neu organisiert. Diese Neubildung geschah zu einer Zeit, als Napoleon ein Dekret für die Pariser Feuerwehr erlassen hatte, dessen Kerngedanken Freiwilligkeit der Rekrutierung der Mannschaft, militärisch straffe Organisation und unbezahlter Dienst, also Ehrenamtlichkeit, waren. Da dieses Dekret zwar ausdrücklich nur für Paris galt, die Brandschutzproblematik aber überall die Gleiche war, erließen in der Folge auch die Präfekturen in Frankreich für ihre Verantwortungsbereiche vergleichbare Dekrete (z.B. der Präfekt Vaublanc für die Stadt Metz 1812).
Die Freiwillige Feuerwehr von Durlach, heute Stadtteil von Karlsruhe, erhebt ebenfalls den Anspruch die älteste in Deutschland zu sein. Sie wurde 1846 von Stadtbaumeister Christian Hengst gegründet, ihre Mitglieder rekrutierten sich hauptsächlich aus dem örtlichen Turnverein. Die Wehr wurde mit einer modernen Feuerspritze des Heidelberger Ingenieurs Karl Metz ausgestattet, die bereits 1847 beim Brand des Karlsruher Hoftheaters effektiv eingesetzt werden konnte. Dieses Ereignis brachte der Freiwilligen Feuerwehr deutschlandweite Beachtung und eine Welle von Nachahmungen.

Dampfspritze von 1910

Ende des 19. Jahrhunderts wurden noch Handpumpen sogenannte Feuerspritzen verwendet, die von Pferden an die Einsatzstelle gezogen wurden. Die Handpumpen wurden später durch Pumpen ersetzt, die mit einer Dampfmaschine betrieben wurden, so genannte Dampfspritzenwagen. Nach Beginn der Motorisierung wurden die Pumpen mit Benzinmotoren betrieben, die auf adaptierte LKW geladen wurden. So entstanden die ersten Feuerwehrfahrzeuge. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden auch viele ausgediente Militärfahrzeuge auf Feuerwehrfahrzeuge umgebaut und versahen noch lange ihren Dienst.
In den USA wurden erst Mitte des 19. Jahrhunderts die ersten, privatwirtschaftlich organisierten, Berufsfeuerwehren gegründet. Teilweise wurden nur Häuser, die die Plakette einer solchen Firma trugen, gelöscht. In New York dagegen gab es starke Konkurrenz um Versicherungsprämien. So genannte runners versuchten, bei einem Brand den nächstgelegenen Hydranten für ihre Firma in Beschlag zu nehmen, was oft zu Schlägereien führte.
In Österreich wurde 1938, als Hitler einmarschierte, die Berufsfeuerwehr in Feuerschutzpolizei und die Freiwillige Feuerwehr in Feuerschutzpolizeihelfer umbenannt. Von diesem Zeitpunkt an war die Feuerwehr teil der Polizei. Daher wurden alle Fahrzeuge in den ersten jahren in Polizeigrün lackiert. Ebenfalls wurde die Bezeichnung "Feuerschutzpolizei" bzw. "Feuerschutzpolizeihelfer" auf den Fahrzeugen über dem Staatsadler, der wie bei der Polizei mit den Kopf nach rechts schaute, angebracht. Gegen 1940 war jedoch das Geld/Material knapp, dass als erstes der Staatsadler, danach die Farbe eingespart wurde. Um 1942 war selbst das Material der Fahrzeuge zu teuer, sodass man Pressspanplatten sowie Hartkarton für die Aufbauten verwendete. Zu diesem Zeitpunkt waren ebenfalls der großteil der Fahrzeuge in jeder möglichen Farbe nur noch grundiert.
Ein weiteres Problem der Feuerschutzpolizei war, dass keine Mannschaft vorhanden war, da die Männer an der Front kämpfen mussten. Obwohl Frauen nicht zur Feuerschutzpolizei durften, waren sogenannte Feuerwehrhelferinnen bei den Feuerwehren. Viele von ihnen kamen vom BDM (Bund Deutscher Mädchen). Die schlagkraft der Feuerwehren war trotzdem recht schwach, da vor allem die Ausrüstung fehlte.